Ausstellungseröffnung: Sonntag, 13.09. ab 15:00 Uhr. Laufzeit: 13.09.–04.10.2026.
Aktuelle Öffnungszeiten: sonntags 15–17 Uhr und nach Vereinbarung.
Elster — Eine KI-Installation von Jakob Heuer
Elstern gehören zu den wenigen Tieren, die sich selbst im Spiegel erkennen. Sie merken sich Dutzende Verstecke, an denen sie glänzende Fundstücke horten, und gelten seit jeher als Sinnbild für Neugier, Sammeltrieb und eine gewisse diebische Cleverness. Genau diese Intelligenz stellt Jakob Heuer in seiner neuen Installation einer ganz anderen Art von Intelligenz gegenüber: einer künstlichen.
Heuer, der Informatik und Freie Kunst studiert hat, verbindet in seiner Arbeit technisches Wissen mit künstlerischer Beobachtungsgabe. Im Zentrum der Installation steht ein Large Language Model, das lokal und offline läuft, ohne Verbindung zum Internet und ohne zu speichern. Kameras im Raum richten sich auf den Außenbereich, auf das Schaufenster der Galerie: Wer von draußen hineinblickt, wird Teil eines Sehens, das sich selbst befragt. Ein Stellvertreter hält sich zudem unauffällig im Raum auf, für den Fall, dass die Technik einmal ausfällt.
Statt Antworten zu liefern, kreist die Arbeit um Fragen: Wer darf sehen und was? Wo verläuft die Grenze zwischen natürlicher und synthetischer Wahrnehmung? Und warum eigentlich arbeitet der Mensch so bereitwillig mit der Maschine zusammen?
Der Künstler ist zur Vernissage anwesend.
Die Installation ist Teil der Reihe junger Künstlerinnen und Künstler, die der 35blumen e.V. in RAUM2 auf der Dreikönigenstraße zeigen wird.
Aus der Stellungnahme des Künstlers:
„Darf ich auch sehen?“, soll sich der Computer fragen. […] Ich finde es wichtig, dass ich, wenn ich vor dem Schaufenster stehe und in eine Kamera blicke, wenigstens das Recht habe, zu sehen, was die Kamera sieht.
Sprachmodelle, die lokal laufen, werden sich die Frage stellen, ob sie auf die Bilddaten des Video-Inputs zugreifen dürfen […]. Das läuft lokal und speichert nicht, weil dies Grundregeln verletzen würde.
Da ist die Elster, für die ein Aufruf im Internet reicht, um einen halben Tag zu füllen. Das „Arbeiten mit KI“ prägt unseren jetzigen Alltag und unsere jetzige Realität. Wir sind dem ausgesetzt. Banal.

